Patrick Tiller: Vom Praktikum ins Cockpit und zurück | Click to enlarge |
Patrick Tiller ist geschafft. Geschafft von seinem Hotel-Praktikum, bei dem er neun Tage am Stück gearbeitet hat. „Ich bin total erledigt", so der gerade 19 Jahre alt gewordene Jungspund, „aber ich freu’ mich jetzt tierisch auf das Wochenende".
Weg vom Praktikum, raus aus dem Alltag – Patrick machte sich am Freitag auf den Weg nach Assen, wo auf der niederländischen Rennstrecke der 3. Lauf des Ford Fiesta ST Cup stattfand. Mit dem Flugzeug ging es nach Amsterdam, wo am Freitag noch ein kleiner Stadtbummel und Kneipenbesuch auf dem Programm stand, ehe er sich zur 190 km entfernten Rennstrecke aufmachte.
Kleiner Rückblick: Letztes Jahr um die gleiche Zeit sammelte der aus Leopoldsdorf bei Wien stammende Youngster seine ersten Erfahrungen in Assen – am Ende stand ein 27. und 20. Platz zu Buche. Diesmal sollte es weit besser laufen ...
Das erste „sich wieder herantasten" an den 4,555 km langen Circuit fiel dem Österreicher gar nicht schwer. Mit etwas schlechteren Reifen fuhr er zunächst auf den 11. Rang, mit besserem Material machte er im Qualifying dann ernst und sicherte sich schließlich Startplatz 7.
Bei sonnigem Wetter gelang am Samstagnachmittag der Start gut, und es sollte sich im weiteren Verlauf der wohl spannendste Kampf gegen einen gleichwertigen Gegner in seiner bisherigen Karriere entwickeln. Vorne enteilte die Konkurrenz, direkt hinter ihm war Thomas Kappeler positioniert und "drängelte". Der Bad Saulgauer, immerhin schon das vierte Jahr in der Ford Fiesta-Serie aktiv, versuchte sein Möglichstes, um am Vizethum-Piloten vorbeizukommen. Es war alles in diesem Duell dabei, was das Zuschauer- und auch das Rennfahrerherz höher schlagen lässt: Windschattenfahren, leichte Kollisionen, Überholmanöver, gegenseitige Konter der beiden Rivalen. Und alles in einem fairen, sportlichen Rahmen. Patrick behauptete sich am Ende bravourös, fuhr als Siebter über die Ziellinie und war danach sichtlich stolz, gegen einen ja schon sehr erfahrenen Piloten derartige Standfestigkeit gezeigt zu haben.
Am wiederum heiteren Rennsonntag verschaltete sich der 19-Jährige kurz nach einem eigentlich gelungenen Start, was ihn vom siebten zunächst bis auf Rang 13 zurückfallen ließ. Doch derartiges kann Patrick schon lange nicht mehr erschrecken, der umgehend ein Überholmanöver nach dem anderen startete. Er arbeitete sich so erneut gekonnt nach vorne. Seine Aufholjagd mündete wie am Vortag in einem hervorragenden 7. Platz.
„In zwei Wochen ist es Zeit für’s Podest", wagt Patrick am Ende einen kleinen Ausblick auf seine Lieblingsstrecke in Oschersleben, wo vom 3. bis 5. August der 4. Lauf der Rennserie stattfindet. Sprach’s und trat die Heimreise nach Wien an – am Montag um 7 Uhr wartete dort schließlich wieder sein Hotel-Praktikum.
27 Juli 2007
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