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Die Renault-Klasse startete ins zweite Schuljahr

Die Renault-Klasse startete ins zweite Schuljahr
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Seit einem Jahr gibt es in der Siegfried Marcus Berufsschule in Wien eine eigene Renault-Klasse mit Schwerpunkt Car Mechatronic, wo Lehrlinge von Renault-Partnern lernen. „Das Ziel dieses Projektes ist, die jungen Leute an die Marke zu binden und ihnen moderne Technologien von Renault näher zu bringen”, so Christophe Waag, Leiter Pol Technik bei Renault Nissan Österreich. „Das Besondere an diesem Konzept ist, dass es für Groß-, Klein- und Mittelbetriebe gleich wichtig ist, weil es eine Investition in die eigene Zukunft bedeutet”, sagt Dir. Markus Fuchs von der Berufsschule für Kfz-Technik und Karosseure. Die 18 Lehrlinge, die vor einem Jahr in die Renault-Klasse kamen, sind nun im zweiten Lehrjahr. 

Derzeit hat das Renault-Partner-Netz, welches aus 26 Vertragshändlern, 174 Händlern und acht Werkstätten besteht. Das sind rund 2.500 Mitarbeiter, 700 davon sind in Werkstätten als Kfz-Mechaniker bzw. als Kfz-Mechaniker und -Elektriker tätig (Zahl ohne Lehrlinge). Die Anzahl der Lehrlinge ist konstant und bewegt sich zwischen 320 und 340 (2006). Christophe Waag, der für den strategischen Teil der Schulung verantwortlich ist, erzählt: „Vor drei Jahren wurde beschlossen, Renault-Händler auf die Wichtigkeit einer guten Ausbildung aufmerksam zu machen und ihnen dafür Tools zur Verfügung zu stellen. Dazu gehört beispielsweise die Unterstützung bei der Selektion der zukünftigen Mitarbeiter bzw. Lehrlinge durch einen Online-Test. Traditionell wird viel Wert auf die Ausbildung gelegt.” In Renault-Werkstätten gibt es 100 speziell ausgebildete Diagnosetechniker, die Cotechs, und 90 Service-Techniker, wobei die Anzahl der Letzteren bis zum Sommer 2007 auf 130 steigen soll. „Das Ziel der Ausbildung ist, dass die Techniker die Technologien so gut beherrschen, um jedes System kompetent zu reparieren”, so Waag, „jeder Renault-Partner muss einen bestimmten Kompetenz-Standard in der Werkstatt haben.” Im Durchschnitt sind neun Personen bei einem Importeurskurs dabei, laut Waag ist es ein Vertrauensbeweis seitens der Händler. Günter Steinbrunner, Direktion HR/Renault Training, der für den operativen Teil der Schulungen verantwortlich ist, sagt: „Renault-Partner erkennen, dass die Qualität der Mechaniker für den Betrieb enorm wichtig ist und die Reklamationen verringert.” Ein Service-Techniker muss 39 Schulungstage absolvieren, die auch auf längere Zeit aufgeteilt werden können.

Kooperation zwischen Berufsschule und Wirtschaft
„Im Schnitt ist ein Renault-Mechaniker 32 Jahre alt und acht bis neun Jahre im Beruf tätig. Ein Turnover – neues Blut – kann über die Lehrlinge passieren“, so Waag, „wobei wir großen Wert auf hohes Niveau legen, denn jeder gut ausgebildete Mitarbeiter, positiv auf die Kunden und somit auf die Branche wirkt.” Um dieses Ziel zu erfüllen, wurde im Vorjahr auf Inititative von Dir. Markus Fuchs von der Siegfried Marcus Berufsschule und Josef Dvorak, Geschäftsführer von Renault Währing und Renault Schönbrunn, das Projekt ,Renault-Klasse‘ gestartet. Renault Nissan Österreich hat dafür Mittel zur Verfügung gestellt, um die Idee zu unterstützen. Homogene technische Kompetenz und die Identifikation mit der Marke sollen durch die Ausbildung der Renault-Lehrlinge in einer Gruppe gefördert werden. „Die Identifikation wird durch einfache Dinge wie zum Beispiel das stolze Tragen der Renault-Formel-1-Kappen spürbar”, so Dir. Fuchs, „gleichzeitig ist das Niveau der Schüler gestiegen – alle achtzehn der Renault-Klasse haben das erste Jahr geschafft, viele mit guten und sehr guten Leistungen. Einige aus der Klasse machen beim Projekt Kfz-Lehre mit Matura mit, dass an unserer Berufsschule angeboten wird.” Die Klasse erlernt den Beruf Kfz-Technik Car-Mechatronic Pkw, wobei allgemeine Inhalte dieser Berufsausbildung durchgenommen werden und fächerübergreifend Informationen über Renault-Technik hinzukommen. Wird z. B. das Thema Batterieerneuerung behandelt, so geht man zusätzlich darauf ein, was bei Renault-Fahrzeugen zu beachten ist.

Frischer Wind im Renault Nissan Trainingscenter
Nach dem ersten Jahr des Projektes haben auch die Mitarbeiter des Renault Trainingscenters neue Erfahrungen gesammelt: „Die Pädagogik fordert sie mehr heraus als die technische Seite”, so Waag und Steinbrunner. Viermal waren im letzten Schuljahr die Jugendlichen beim Importeur auf Schulung, um moderne Technologien, aber auch die Philosophie der Marke und der Reparatur von Renault kennenzulernen. Beide sprechen vom „frischen Wind” im Renault Nissan Trainingscenter, welcher weht, wenn Renault-Lehrlinge da sind. „Es wird von unseren Trainern sehr positiv aufgenommen”, sagen sie. Dir. Fuchs sieht in der markenspezifischen Ausbildung viele Vorteile: „Die jungen Leute lernen die Methodik der Fehlersuche, erlangen Systemkenntnis, um später bei Schulungen anderen voraus zu sein.” Das Feedback der Ausbilder ist positiv – so meldete Renault Wien, dass das Niveau der Lehrlinge im letzten Jahr gestiegen ist.

Heuer mindestens zehn Lehrlinge in der neuen Renault-Klasse
Im Schuljahr 2005/06 startete das Projekt „Renault-Klasse” mit einer beachtlichen Anzahl von 18 Lehrlingen – darunter ist eine junge Frau, Martina Feichtinger, –, die nun alle im zweiten Lehrjahr sind. Die Lehre dauert vier Jahre. Im ersten Lehrjahr waren die jungen Leute viermal im Renault Nissan Trainingscenter im Rahmen von Exkursionen und Lehrausgänge der Berufsschule. Der Wunsch der Projektleiter ist es, dass im zweiten Lehrjahr die Zahl der Schulungstage beim Importeur mindestens gleich bleibt. „Wir brauchen hier die Unterstützung der Betriebe, damit die Lehrlinge dieses Programm weiterbehalten können”, so Dir. Fuchs, „davon können alle Beteiligten nur profitieren.” Waag fügt hinzu: „Die Größe der Betriebe macht hier keinen Unterschied – die jungen Leute fühlen sich als Renault-Gemeinschaft und Renault hat in Österreich eine starke Identität.”
20 November 2006
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